29. August 2017

Nachricht

"Alkohölle" - auf der Bühne des EGN

Alkohölle – vielseitig und emotional

 Theaterstück "Alkohölle"
Das Theaterstück „Alkohölle“, welches von Beate Albrecht geschrieben und mit einer Selbsthilfegruppe für trockene Alkoholiker der Drogen- und Suchtberatungsstelle Genthin und „Aufbruch“ e.V erarbeitet wurde, wurde am Vormittag des 28. August in der Mensa des EGN für alle Schüler der neunten und zehnen Klasse aufgeführt. Organisiert hat die Aktion Everina Brink.
In dem Stück geht es um die Tochter eines alkoholkranken Vaters, der betrunken bei einem Autounfall gestorben ist, da er 3,5 Promille hatte und ins Schleudern geriet. Das Thema „Alkohol“ wird selber wie ein Teufel charakterisiert. Die personifizierte Figur „Alkohol“ will Macht und schließt mit dem Geist des Vaters eine Wette.
Seine Tochter Lena arbeitet in einer Agentur bei seiner Schwester, Maxi, und macht einfach alles falsch, trinkt Alkohol, ist vergesslich. Maxi droht Lena ihr Praktikum in der Agentur zu kündigen. Da kommt ein Auftrag von einem Alkoholunternehmen, der €8000 bringt. Lena ist begeistert, doch was sagt ihre Tante Maxi dazu? Sie ist in Bezug auf Alkohol doch so eine „Spaßbremse“. Oder überzeugt Maxi doch das Geld? Lena verfällt immer mehr in den Alkoholkonsum. Wie wird es ausgehen? Wird sie es schaffen oder wir ihr Vater enden?Und wer gewinnt am Ende die Wette?
Das Kernthema ist Alkohol und dessen Wirkung. Das Stück wirkt amüsant, aber auch sehr unterhaltend und - insbesondere an zentralen Stellen der Handlung - ernst.  Alkohölle ist ein Stück, welches durch die Art der Sprache und die Wortwahl sehr modern wirkt. Was besonders im Kopf bleibt, sind die modernen Musikeinlagen und die dazugehörigen Songs. 
Die Schauspieler der vier Figuren spielen ihre Rollen überzeugend. Besonders gut gelingt die Darstellung des „El Alcohol“, der als Figur abschreckend und teuflisch wirkt. Trotz einiger seltsamer Szenen verliert der Schauspieler keinmal die Fassung und trägt einen wichtigen Teil zur Message des Stücks bei. Auch die Rolle des Vaters wird authentisch gespielt, was noch mehr als am Schauspiel an der eigenen, ehemaligen Alkoholabhängigkeit des Spielers und somit am Erfahrungsschatz liegt. Im Gespräch nach dem Stück mit dem Publikum wird deutlich, wie nah die Rolle an der eigenen Erfahrung des Spielers angelegt ist.
Die Musik war sehr passend zum Stück, Klänge und Geräusche wurden überzeugend eingesetzt. „El Alcohol“ hat etwa an den entsprechenden Stellen böse gelacht und es wurde dunkle Musik eingespielt. 
Das Spiel war unterhaltend und lustig, was im Endeffekt aber auch gut die Wirkung vermittelt hat: Der missbräuchliche Konsum kann schädlich sein und schwerwiegende Folgen haben. 
 
Eine arbeitsteilig erstellte Rezension des Profils „Wortlabor“. 
 

Ansprechpartnerin