Alle haben es geschafft! Erfolgreiches erstes Abitur am EGN

Nachricht 21. Juni 2016
2016-06-22Abientlassung

Der Entlassungstag der 43 jungen Frauen und 38 jungen Männer begann mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der Augustinuskirche, der unter dem biblischen Wort „Sorget nicht!“ stand. Wie zu Beginn ihrer Schulzeit am EGN vor acht Jahren wurden alle Abiturienten mit einem individuellen Segen in das Leben nach der Schule entlassen. Symbolisch wurde dieser Segen durch einen kleinen Bronze-Engel, der jedem Schüler von seinem jeweiligen Tutor überreicht wurde, unterstrichen.    
Im Anschluss ging es in die festlich geschmückte Aula des Evangelischen Gymnasiums. Im Rahmen der feierlichen Abiturentlassung erhielten die 81 Schülerinnen und Schüler ihr Reifezeugnis. Nur ein Schüler wurde zum Abitur nicht zugelassen. Alle, die zum Abitur zugelassen worden sind, haben die Prüfung erfolgreich bestanden. Drei von ihnen mit der „Traumnote“ von 1,0: Lucas Heils, Pia Kramer und Laura Strieker. 16 Schüler haben einen Abiturdurchschnitt unter 2,0, das sind knapp 20%.
Frau Oberlandeskirchenrätin Dr. Kerstin Gäfgen-Track gratulierte im Rahmen der Entlassungsfeier den Abiturientinnen und Abiturienten im Namen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers herzlich zum Bestehen des Abiturs. Sie griff in ihrem Grußwort das Abiturmotto des Jahrgangs auf „Abicrombie & Futsch – die erste Markenware verlässt das Haus“ und betonte, dass dieser Jahrgang das EGN in ganz besonderer Weise geprägt habe und insofern ein wirkliches Markenzeichen geworden sei. Sie drückte in ihrem Grußwort große Dankbarkeit für die Kooperation mit der Reformierten Kirche aus und betonte das in der Grafschaft gelebte gute Verhältnis zwischen Staat und Kirche. Mit einer Anekdote an den Einschulungsgottesdienst brachte sie das gesamte Publikum zum Schmunzeln; wurde sie doch vor acht Jahren der Idee bestohlen, die anwesenden Schülerinnen und Schülern für die lange Dauer des Gottesdienstes mit Gummibärchen zu entlohnen – dies setzte sie zur Freude aller Anwesenden nun in der Entlassungsfeier eben dieser Schülerinnen und Schüler in die Tat um und verteilte eine Runde Gummibärchen.  
Auch Landrat Friedrich Kethorn bedachte die Absolventinnen und Absolventen mit Glückwünschen, welche er im Namen des Landkreises an sie richtete. In seinem Grußwort unterstrich er einmal mehr die bereichernde Funktion des EGN für den gesamten Landkreis, welche für einen gesunden Wettbewerb zwischen den verschiedenen ansässigen Schulen sorge. Den Abiturientinnen und Abiturienten gab er mit auf den weiteren Lebensweg, sich immer an die Wurzeln, welche sie am EGN, aber auch in ihrer Heimat, der Grafschaft Bentheim, haben, zu erinnern und dieser Heimat etwas von dem zurückzugeben, was sie hier in ihrer Kindheit und Jugend empfangen durften.
Für die Reformierte Kirche richtete Hilke Klüver, Pastorin im Landeskirchenamt, neben Glückwünschen auch den Appell an die Jugendlichen, die Haltung, welche sie während ihrer Schulzeit am EGN aufgebaut und eingenommen haben, in diesen neuen Lebensabschnitt mitzunehmen.
Die Vergabe der Abiturzeugnisse erfolgte in insgesamt drei Etappen, aufgerufen wurden die Abiturientinnen und Abiturienten in bewährter EGN-Manier nicht klassisch kursweise oder alphabetisch, sondern in Gruppen mit besonderen Gemeinsamkeiten, wie beispielsweise der Körpergröße über 1,90m oder dem besonderen Engagement in der Schülervertretung. Mit der Zeugnisübergabe verbunden wurde die Preisverleihung für die besten Leistungen im Bereich Chemie und Religion: Pia Kramer und Lucas Heils erhielten Preisgelder von der LDN Nordhorn als Kooperationspartner des EGN; Hanna Gellink und Pia Kramer wurden von der Konföderation der Kirchen in Niedersachsen ausgezeichnet.  
Zwischen den einzelnen Beiträgen sorgte die Jazz-Combo aus den Lehrkräften Andrea Giesecke von Bergh, Thomas Hann, Matthias Wilkens und Simon Woltmann für Auflockerung und Kurzweiligkeit.
Christoph Gastler, Oberstufenkoordinator und Ständiger Vertreter der Schulleiterin, wandte sich in seiner Rede dem Thema „Hausaufgaben“ zu und beschrieb in seiner launigen Rede, die er mit Zitaten aus Sport und Politik würzte, dass dies auch – wenn nicht immer unbedingt im wörtlichen Sinne – für die Abiturientinnen und Abiturienten des EGN zutreffe, welche sich insbesondere durch ihre Begeisterungsfähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein auszeichneten.
Stellvertretend für alle Abiturientinnen und Abiturienten erläuterten Annalena Zack und Mikail Satar in ihrer Rede zunächst die Bedeutung ihres Mottos. Sie als erster Abiturjahrgang des Evangelischen Gymnasiums Nordhorn wären die „Special Collection 2016“. In erheiternden Anekdoten aus dem Schulalltag beschrieben sie, dass „Futsch“ zu gehen neben der Befreiung von zum Teil ungeliebten Verpflichtungen auch bedeute, ein Stück weit das Miteinander zu verlieren, das sie tagtäglich in der Schule erleben konnten. Die beiden schlossen ihre dynamische Rede in einer Aufforderung an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler mit Bezug auf den Bibelvers „Fürchtet euch nicht“ (Mt 28,10): „Wir werden uns nur finden, wenn wir den Mut haben, uns zu verlieren“.
Der Schulelternratsvorsitzende Dr. Hermann Kramer sprach neben Glückwünschen für die Abiturientinnen und Abiturienten auch Dankesworte an die Lehrkräfte und insbesondere an Frau Dr. Gabriele Obst aus. Er formulierte in seiner Ansprache den Wunsch nach einer konstruktiven Kooperation zwischen den verschiedenen ansässigen Schulen. Der „Mut, Schule immer neu zu denken“ solle dem EGN auch weiterhin nicht abhandenkommen, sondern bewusst gelebt werden. Die Absolventinnen und Absolventen ermutigte er, „Spaß am Leben“ zu haben und gab den Eltern mit auf den Weg: Sorget nicht!.
Nach dem zweiten Durchgang der Zeugnisverleihung setzte Christian Hassink in der Lehrerrede den Fokus auf das Lied „Aufstehn, aufeinander zugehn“, das in vielen Andachten und Gottesdiensten am EGN gesungen worden sei und schon fast Hymnencharakter besäße. „Aufstehen und aufeinander zugehen“, genau dies hätten die Abiturientinnen und Abiturienten getan, indem sie Neues wagten und sich mit der Schule gemeinsam auf den Weg machten, als sie vor etwa acht Jahren am EGN eingeschult wurden. Er dankte ihnen dafür, dass sie der Schule beigestanden und ihr Vertrauen geschenkt haben. Auch hätten sie sich offen gegenüber Fremden, ganz konkret den immer wieder neuen Lehrkräften, gezeigt. „Voneinander lernen“ konnten und können am EGN nicht nur die Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer von ihnen. Sie sind in der Schulgemeinschaft gemeinsam gewachsen und erwachsen geworden. Kerstin van Ackeren gratulierte den Abiturientinnen und Abiturienten als Vorsitzende des Fördervereins herzlich. Zum bestandenen Abitur bedachte der Förderverein diese mit einer Ausgabe des aktuellen Jahrbuchs der Schule. Ihr Wunsch sei es, über den Förderverein die Möglichkeit zu schaffen, auch über die Schulzeit hinaus in Kontakt bleiben zu können und auf diese Weise ein Netzwerk von ehemaligen Schülerinnen und Schülern zu etablieren.
„Flieg hinaus, flieg und breite deine Flügel aus, du wirst sehen, dass du getragen wirst.“ – mit diesen Worten aus einem Lied, das 2008 während des Einweihungsgottesdienstes des EGN gesungen wurde, leitete Schulleiterin Frau Dr. Obst ihre Rede ein. Nunmehr sei dieser Zeitpunkt gekommen, dass die ehemaligen Schülerinnen und Schüler „das Nest verlassen“. Sie betonte den Anspruch der Schule, alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern und zu unterstützen und unterstrich, dass eine so ausgerichtete Pädagogik keinen Ausschluss sehr guter Leistungen bedeute, wie es in den herausragenden Abiturnoten vieler Abiturientinnen und Abiturienten deutlich werde. Frau Dr. Gabriele Obst bedankte sich beim Dezernenten Bert Märkl von der Landesschulbehörde in Osnabrück, der in diesem ersten Abiturdurchgang, so wie es an allen Schulen üblich ist, den Vorsitz der Prüfungskommission übernahm. Im Rahmen dieses Verfahrens werden alle Arbeiten zusätzlich extern begutachtet, umso mehr könne sich das hervorragende Gesamtergebnis dieses Abiturjahrganges sehen lassen.
Für sie überwiege das Gefühl der Dankbarkeit: Sie dankte den ehemaligen Schülerinnen und Schülern für das große Engagement im Schulleben. Dass dieser Abiturjahrgang für die junge Schule etwas ganz Besonderes ist, erklärte sie damit, dass sie „immer die ersten“ waren und alle Entscheidungen mitgetragen haben. Dies erfordere und fördere gedankliche Weite und Verantwortungsbewusstsein. Auch den Eltern gegenüber drückte sie ihre Dankbarkeit dafür aus, dem Evangelischen Gymnasium Nordhorn ihre Kinder anvertraut und den Mut gezeigt zu haben, ihre Kinder auf die damals neue Schule zu schicken. Stellvertretend für alle Eltern dankte sie insbesondere Dr. Hermann Kramer für sein Engagement als Schulelternratsvorsitzender. Den evangelischen Kirchen sprach sie ihren Dank dafür aus, dass sie sich evangelische Schulen leisteten, um zu zeigen, was gute Schule aus evangelischer Sicht ausmache. Bei Landrat Friedrich Kethorn bedankte sie sich für sein persönliches Engagement für das EGN. Dem Beirat des EGN unter seinem Vorsitzenden Gerhard Herrenbrück sprach sie ihren Dank für solidarische und kritische Wegbegleitung in der Aufbauphase des Gymnasiums aus. Bevor sie den Fokus wieder auf die Abiturientinnen und Abiturienten richtete, dankte sie ganz besonders dem Kollegium für den „Einsatz für die Sache und für die Schülerinnen und Schüler“. Es habe in den letzten Jahren und besonders auch den letzten Monaten und Wochen Außerordentliches geleistet. Dem Oberstufenkoordinator, Christoph Gastler und der Oberstufensekretärin, Karin Imhorst drückte sie ihren besonderen Dank aus. Abschließend formulierte sie die Frage, wohin der Flug der Abiturientinnen und Abiturienten gehen werde und betonte, dass es gut sei, dass viele von ihnen keine einfachen Antworten auf diese schwere Frage hätten. Statt Kästchendenken und vorgezeichneter Lebenswege wünsche sie den Absolventinnen und Absolventen den Mut, quer zu denken, den eigenen Weg zu suchen und einen eigenen Kopf zu behalten und hoffe, dass ihnen das EGN dazu die Grundlage gegeben habe.
Zum Abschluss wurden die Abiturientinnen und Abiturienten vor dem Gebäude durch ein Spalier aus Tutorinnen und Tutoren mit Sonnenblumen in Empfang genommen und beendeten den feierlichen Vormittag bei Gesprächen mit Familie, Freunden und ehemaligen Lehrern.
Um diesen besonderen Tag gebührend ausklingen zu lassen, feierten die Abiturientinnen und Abiturienten ihren Abiturball im benachbarten NINO-Hochbau bis früh in den nächsten Morgen hinein.

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