EGN schickt 57 Abiturienten auf neue Wege

01. Juli 2019

57 Abiturienten des EGN erhielten am Samstag ihr Abiturzeugnis in der Aula des EGN. 20 Schülerinnen und Schüler erreichten ein Abitur mit einer 1 vor dem Komma.

Der vierte Abiturjahrgang des noch jungen Gymnasiums hat für Dr. Gebriele Obst eine ganz besondere Bedeutung, schließlich ist es der erste, den sie als Schulleiterin von Anfang an begleitet hat. Noch lebhaft kann sie sich, wie auch die Abiturienten, an die ersten Schultage erinnern, in denen die Schüler, gerade einmal halb so groß wie die Sonnenblume, die sie zur Einschulung geschenkt bekamen, durch ihre turbulente Art auffielen. Dass diese Schüler sich an diesem Tage das Abimotto „Diktabitur – Ordnung mit der Klangschale“ gaben, konnte die Schulleiterin nachvollziehen. So waren es doch Oberstufenverordnungen und Vorgaben des Zentralabiturs, die die Jugendlichen in letzten Wochen und Monaten stark im Alltag beeinflusst haben und von oben herab regelten. Gleichzeitig rief die Schulleiterin die jungen Erwachsenen aber auch dazu auf, immer nach Alternativen zu dem scheinbar Unvermeidlichen zu suchen. „Gerade der Glaube an die Alternativlosigkeit, ist die eigentliche Diktatur, die sich in unserer Gesellschaft immer weiter verbreitet“, stellte sie fest. Man müsse aber nicht hinnehmen, dass im Mittelmeer Flüchtlinge ertrinken oder dass Nord-Süd-Gefälle weiter steige. So sollen die ehemaligen Schüler ihren Ausbruch aus der Diktabitur nutzen, um nicht nur für sich selber, sondern auch für die Gesellschaft Alternativen zu suchen.
Auch die Abiturientinnen Meret Manderfeld und Melina Ruhrig griffen das Motto ihrer Mitschüler auf und begannen ihre Rede folgerichtig mit einem Gong, der für Ruhe sorgen sollte. Anschließend blickten sie in ihre Schulzeit zurück, erinnerten an ihre Studienfahrten nach Italien, Griechenland und in die Alpen, an liebgewordene Traditionen wie den Baumumgang oder den Putztag und erzählten einige Anekdoten aus den letzten acht Jahren. Allerdings resümierten sie auch, dass die „Seifenblase Schulzeit“ mit all der Ordnung und den Regeln nun vorbei sei. Der geschützte Raum der Schule muss nun verlassen werden, dies sei sicher nicht immer leicht. Trotzdem sei man voller Spannung und so bekundeten die beiden auch: „Die Zukunft ist nicht länger die Zukunft, die Zukunft ist jetzt!“
Die Vertreterin der Evangelisch-reformierten Kirche Hilke Klüver gab ihrer Rede dann das Thema „Neue Wege, neue Orte“ und griff damit die Thematik des Abiturgottesdienstes, welcher am Morgen vor der Entlassung stattfand, auf. Es sei nun Zeit, diese eigenen Lebenswege zu finden, sich vielleicht auch zu verlaufen, einfach etwas zu riskieren. Sie betonte, dass das Fundament am EGN gelegt wurde - „nicht nur durch Wissen, sondern viel mehr durch Haltung, die die jungen Erwachsenen in den letzten Jahren erlangt haben“.
An diesem Punkt knüpfte auch das Grußwort von Reinhold Hilbers an. Er hob hierfür beispielhaft das sozial-diakonische Praktikum heraus, welches die Schülerinnen und Schüler während ihrer Schullaufbahn in gemeinnützigen Einrichtungen absolvierten. Dieses habe sie gesellschaftliches Engagement gelehrt, ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum mündigen Bürger. Energisch forderte der niedersächsische Finanzminister die Abiturienten dazu auf, diese Fähigkeiten zu nutzen und ihr Wissen nicht nur in der Familie und im Beruf, sondern auch in der Gesellschaft einzubringen. 
Auch Landrat Friedrich Ketthorn stellte dieses gesellschaftliche Engagement in den Mittelpunkt seiner Worte an die jungen Erwachsenen. In der letzten Rede an Abiturienten in seiner Funktion als Landrat, rief er die jungen Zuhörer dazu auf, in die Welt zu ziehen, mit positiven Erfahrungen und Ideen aber auch wieder in die Grafschaft zurückzukehren und so einen Teil dessen, was sie in den letzten Jahren erhalten haben, zurückzugeben.
Mit Spannung wurde dann die Rede des Vertreters des Lehrerkollegiums erwartet, die von Elias Hoffmann, selbst die Fächer Latein und Geschichte unterrichtend, gehalten wurde. Dieser leitete den Begriff „Diktabitur“ zunächst etymologisch her, um ihn dann näher zu erläutern: „Die Vorgaben von Eltern, Lehrern und des Kultusministeriums“, so Hoffmann, seien von den Abiturienten oftmals nur schwer mit den „persönlichen Idealen“ in Einklang zu bringen gewesen. Dies erläuterte er humorvoll und mit viel Herzenswärme an einigen Beispielen der in den letzten Jahren der Schullaufbahn. Auch er verwies darauf, dass die Vorgaben nun fehlen werden, die Jugendlichen ihre eigenen Wege finden müssen, sich dabei verlaufen werden, dies aber auch dürfen, denn „der Moment ist verloren und verlebt, wenn man immer alles vorher wüsste“.
Aus Elternperspektive verabschiedeten Dagmar Hallfarth vom Schulelternrat und Kerstin van Ackeren, Vorsitzende des Fördervereins, die jungen Erwachsenen. Beide betonten, dass für die Abiturienten nun eine neue Lebensphase beginne und sie ihre Chancen nutzen, aber auch zu ihren Wurzeln, zum EGN, zu ihren Familien und zur Grafschaft zurückkehren sollten. 
Neben dem Abiturzeugnis wurden einige Schüler des Abschlussjahrgangs auch für besondere Leistungen ausgezeichnet, zu diesen zählen: Ben Brooksnieder (Physik, Informatik und Mathematik), Freya Hallfarth (Physik und Chemie), Moritz Heils (Physik), Luca Hilberink (ev. Religion), Meret Manderfeld (Chemie, Physik), Jonas Loxtermann (ev. Religion) sowie Viona Machnik (Chemie). Ebenfalls wurden die Schülerinnen Freya Hallfarth und Meret Manderfeld erstmals mit dem MINT-EC-Zertifikat ausgezeichnet, welches ihre Bewerbung an zukünftigen Universitäten deutlich erleichtert.

Ansprechpartnerin

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Frau Dr. Gabriele Obst
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