Lebenswege in Nordhorn und Haifa - Ausstellung im EGN eröffnet

01. Oktober 2019
 
Weshalb sind Menschen aus Italien, Ungarn und der früheren UdSSR nach 1945 nach Nordhorn oder nach Haifa/Israel gekommen und was hat sie bewogen, bis heute in beiden Städten zu leben?
 
Unter dieser Fragestellung haben Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 11 im letzten Schuljahr gemeinsam mit Jugendlichen der Chugim High School in Haifa/Israel Interviews mit Zeitzeugen geführt und eine Fotoausstellung erstellt. Vor Kurzem wurden die Ergebnisse des Projektes „Immigration nach Nordhorn und Haifa nach 1945“ im EGN der Öffentlichkeit vorgestellt, zu der auch einige der in Nordhorn Lebenden gekommen waren. Die Begegnungen mit nach Haifa und Nordhorn zugewanderten Menschen unterschiedlicher Kultur und Religion, insbesondere die Gespräche mit nach Haifa eingewanderten jüdischen Kindern seien sehr berührend gewesen, so die Schülerinnen und Schüler des EGN. Dass diese Kinder als Überlebende der Shoa selbst im späteren Staat Israel zunächst nicht willkommen gewesen seien, sei für sie erschreckend gewesen. Dennoch strahlten gerade die nun zwischen 80 und 90 Jahre alten Menschen eine starke Lebensfreude aus, die für die Jugendlichen überraschend war und diese Begegnungen zu einer prägenden Erfahrung werden ließ.
Im Dezember 2018 hatte die Gruppe der Chugim High School Nordhorn besucht und dabei das Leben in Familie und Schule in der Vorweihnachtszeit kennengelernt. Im März diesen Jahres waren die Jugendlichen des EGN nach Haifa und Jerusalem gereist und hatten u. a. das Purimfest gemeinsam mit den israelischen Partnern gefeiert, den Alltag in den Familien und der Stadt Haifa kennengelernt, die stark von Einwanderung geprägt ist und dabei als kulturell und religiös tolerant gilt. Die Reise führte die Gruppe des EGN schließlich drei Tage nach Jerusalem, wo die Schülerinnen und Schüler das oft nicht konfliktfreie Zusammenleben zwischen Juden und Muslimen kennen erleben konnten. 
Die Begegnungen und Erlebnisse, so die ungeteilte Meinung der Jugendlichen, seien nachhaltig und prägend für sie gewesen. Für die Schule, so die Verantwortlichen Dr. Gabriele Obst und Christoph Gastler, sei ein Austausch dieser Art darüber hinaus ausgesprochen bedeutsam, um antisemitischen Tendenzen vorzubeugen, die auch unter Jugendlichen immer mehr Fuß fassten. Daher ist für das laufende Schuljahr eine Fortsetzung des Austauschs geplant.

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Christoph Gastler
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