Handball-950x170

Bildungsbeitrag

Der Sportunterricht leistet einen nicht austauschbaren Beitrag zur Bildung und Erziehung. Er soll bei allen Schülerinnen und Schülern die Freude an der Bewegung und am gemeinschaftlichen Sporttreiben wecken und die Einsicht vermitteln, dass sich kontinuierliches Sporttreiben, verbunden mit einer gesunden Lebensführung, positiv auf ihre körperliche, soziale, emotionale und geistige Entwicklung auswirkt. Gleichzeitig soll Sport in der Schule Fairness, Toleranz, Teamgeist und Leistungsbereitschaft fördern.
Im Zentrum des Sportunterrichts steht das Bewegungshandeln unter verschiedenen Sinngebungen, d. h. die Vermittlung vielfältiger, unmittelbarer Erlebnisse, Erfahrungen und deren reflexive Verknüpfung. Als einziges Bewegungsfach leistet Sport einen spezifischen Beitrag zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung. Dies umfasst sowohl den motorischen, den kognitiven als auch den sozial-affektiven Bereich.
Sich-Bewegen bedeutet, dass ein auf Wahrnehmung beruhender Bezug zwischen Mensch und „Welt“ hergestellt wird, der spezifische Eindrucks-, Ausdrucks- und Verständigungsmöglichkeiten bietet. Sportunterricht ermöglicht den Schülerinnen und Schülern, Werte handelnd zu erfahren und diese auf andere Lebensbereiche zu übertragen. Die zu entwickelnde Handlungskompetenz wird im Sportunterricht in einem Praxis-Theorie-Verbund vermittelt, der sportliches Leisten, Bewegungserleben und Bewegungshandeln mit theoriebezogenem Lernen verknüpft. Sportunterricht basiert immer auf der Mehrperspektivität der Sinngebungen sportlichen Handelns. Die verschiedenen Sinnperspektiven wie Leistung, Gesundheit, Kooperation, Gestaltung und Wagnis geben sowohl der Lehrkraft als auch den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit ihr Erleben und Handeln zu reflektieren und so Handlungsorientierung zu gewinnen. Mit seiner Mehrperspektivität und Handlungsorientierung birgt Sportunterricht besonderes Bildungspotenzial für den Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und -stärkung.
Durch das Kennenlernen verschiedener Bewegungsbereiche und vielfältiger sportlicher Handlungsmotive eröffnen sich den Heranwachsenden eine Vielzahl sportlicher Handlungsfelder für eine sinnvolle und sinngeleitete Freizeitgestaltung. Sportunterricht versetzt die Schülerinnen und Schüler in die Lage, individuelles gesundheitsförderndes Training zu planen und zu steuern und somit die eigene Lebensqualität zu verbessern. Zusammengefasst ergeben sich für den Sportunterricht insbesondere folgende Zielperspektiven:

  • Erweiterung der individuellen Bewegungsfähigkeit
  • Entwicklung von körper- und bewegungsbezogenen Kenntnissen und Einsichten
  • Entwicklung von bewegungsspezifischen Lernstrategien
  • Ausbildung und Erweiterung sozialer Handlungsfähigkeit
  • Förderung der Bereitschaft zu leistungsbezogenem Handeln
  • Qualifizierung für eine Teilnahme an der außerschulischen Bewegungs- und Sportkultur
  • Hinführung zu lebensbegleitender sportlicher Betätigung
  • Befähigung zum verantwortungsbewussten Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Gesundheit
  • Förderung emotionaler Entwicklung


In den Lerngruppen ist das Leistungsvermögen im Fach Sport in der Regel heterogen. Unterschiede in den acht motorischen Fähigkeiten, Kenntnissen und Fertigkeiten entstehen vor allem durch die verschiedenen Erfahrungshintergründe der Schülerinnen und Schüler im außerschulischen und schulischen Bereich. Im Hinblick auf den Sportunterricht in der gymnasialen Oberstufe werden die praktischen Anteile des Sportunterrichts im Verlauf der Schuljahrgänge 5 – 10 zunehmend mit theoretischen Inhalten verknüpft, womit ein adäquater Beitrag zum wissenschaftspropädeutischen Arbeiten geleistet wird. Zugleich werden auch Grundlagen z. B. für die Wahl des sportlichen Schwerpunkts bzw. des 5. Abiturprüfungsfaches Sport geschaffen.
Das allgemeine fachliche Ziel eines pädagogisch orientierten Sportunterrichts in der Qualifikationsphase ist Handlungskompetenz im und durch Sport. Der Sportunterricht verfolgt somit den Doppelauftrag von Sacherschließung und Persönlichkeitsentwicklung. Aufbauend auf den im Sekundarbereich I und in der Einführungsphase erworbenen Kompetenzen bereitet der Unterricht in der Qualifikationsphase die Schülerinnen und Schüler wissenschaftspropädeutisch auf allgemeine und spezifische Anforderungen eines Hochschulstudiums, aber auch auf den Übergang in einen berufsbezogenen Bildungsgang vor.
Der außerunterrichtliche Schulsport stellt in seinen vielfältigen Formen ein wesentliches Element der Ausgestaltung eines bewegungsreichen und attraktiven Schullebens dar. Die Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Sportanbietern sowie sportliche Aktivitäten und Wettkämpfe innerhalb und außerhalb der Schule ermöglichen Lernerfahrungen, die die Unterrichtsarbeit positiv beeinflussen.

Kai Veenhuis