Abiturienten des EGN freuen sich auf Neues

29. Juni 2026

Am Samstag erhielten 76 Abiturientinnen und Abiturienten des EGN ihr Abiturzeugnis. Gleich 26 Schülerinnen und Schüler erreichten einen Abiturdurchschnitt mit einer Eins vor dem Komma – das sind mehr als ein Drittel des Jahrgangs. Zwei von ihnen erzielten sogar den Traumdurchschnitt von 1,0.  Der neunte Abiturjahrgang des EGN feierte seinen Abschluss zunächst mit einem Gottesdienst in der Kreuzkirche. Die Feierlichkeiten begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst unter Beteiligung aller christlichen Kirchen Nordhorns, in dem Pastor Gerd Brinkmann die Predigt zu der Jahreslosung „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu“ hielt. In einem kurzen Anspiel erinnerten sich die Abiturientinnen und Abiturienten an ihre eigenen Schulanfänge und zeigten den Anwesenden ihre Schultüte, ihr Einschulungskleid oder ihren ersten Schulranzen. Trotz dieser schönen Erinnerungen seien sie nun bereit, zu Neuem aufzubrechen – auch wenn dies nicht immer einfach sei. Anschließend erhielten die Jugendlichen eine letzte Stärkung durch den individuellen Segen, den jede Schülerin und jeder Schüler traditionell zu Beginn und zum Abschluss der Schullaufbahn am EGN erhält.  Im Anschluss begrüßte Schulleiterin Dr. Gabriele Obst die Abiturientia, ihre Familien sowie die zahlreichen weiteren Gäste im Manz-Saal des NINO-Hochbaus. In ihrer Rede griff sie zunächst das aktuell allgegenwärtige Thema der Fußball-Weltmeisterschaft auf. Neben den Spielen selbst begeistere sie vor allem die Vorbereitung darauf, deren Höhepunkt die gemeinsame Hymne bilde, die Spieler und Fans miteinander singen. Daran werde deutlich, dass es nicht nur um Taktik, Leistung oder gar Geld gehe, sondern Gemeinschaft und Verbundenheit im Mittelpunkt stünden. Diesen Blick für wesentliche und positive Werte wünsche sie auch den Abiturientinnen und Abiturienten für ihren weiteren Lebensweg. Sie rief dazu auf, „nicht in das Jammerlied einzustimmen“, das in Deutschland mitunter vorherrsche, sondern den gesellschaftlichen Diskurs aktiv und positiv mitzugestalten. Der Blick der jungen Erwachsenen solle auf das Positive gerichtet sein, damit sie gesellschaftliche Veränderungen zuversichtlich mitgestalten könnten. Nur so könne den politischen Rändern begegnet werden, die gesellschaftliche Unzufriedenheit für ihre Zwecke nutzten.  Das Gefühl der Gemeinschaft betonte auch Gerd Brinkmann, Leiter des evangelischen Schulwerks, in seinem Grußwort. Er hob hervor, dass die vergangenen neun Jahre am EGN nicht nur Bildung für den Verstand, sondern ebenso für das Herz gewesen seien. Erst dieses Zusammenspiel habe ein Gespür für kritisches Denken entstehen lassen, das die Abiturientinnen und Abiturienten fit für die Zukunft mache.  Der stellvertretende Landrat Gerhard Trüün griff in seinem Grußwort hingegen das Abimotto des Jahrgangs „Abicetamol – Der Schmerz hat ein Ende“ auf. Bildhaft zeigte er auf, dass er die „Schmerzen“ nach langen Klausuren oder dem Verfassen einer Seminararbeit gut nachvollziehen könne. Nun seien die Jugendlichen jedoch bereit, die Herausforderungen des zukünftigen Lebens zu meistern.  Auch Reinhold Hilbers, Mitglied des Landtags, sprach die bevorstehenden Herausforderungen an. Gleichzeitig ermutigte er die ehemaligen Schülerinnen und Schüler, indem er betonte, dass sie sich nun ein gefestigtes Fundament für ihr Leben geschaffen hätten. Darauf könnten sie ihre Zukunft aufbauen und sich als mündige Bürgerinnen und Bürger in die Gesellschaft einbringen.  Die stellvertretende Bürgermeisterin Ingrid Thole sah diese Fähigkeit, die Zukunft aktiv mitzugestalten, ebenfalls. Zugleich betonte sie jedoch, dass es nicht immer die weite Welt sein müsse: Auch Nordhorn sei eine lebenswerte Stadt, in der es sich lohne, die eigenen Fähigkeiten einzubringen.  Ein besonderes Highlight war die Rede der Schülervertreter Katharina Hek und David List. Mit viel Witz und Herzlichkeit blickten sie auf ihre Schulzeit zurück und erzählten zahlreiche Anekdoten, die sicher nicht allen anwesenden Eltern und Lehrkräften bekannt gewesen waren. Dabei bedienten sie sich immer wieder der märchenhaften Floskel „Es war einmal …“ und zeichneten auf kreative Weise ihre Sicht auf die vergangenen neun Jahre nach. Besonders hoben sie hervor, dass viele außergewöhnliche Projekte – wie das sozialdiakonische Praktikum oder die in Kleingruppen gestaltete Herausforderungswoche – sie als Menschen nachhaltig geprägt hätten. In den vergangenen Jahren sei der Jahrgang zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen. Auch wenn es nun schmerze, auseinanderzugehen, freuten sich die jungen Erwachsenen auf die Zukunft und auf alles, was vor ihnen liege.  Den Blick der Eltern auf die vergangenen Jahre schilderte anschließend Gerhard List. Er betonte, dass mit dem Abitur ein bedeutender Lebensabschnitt ende, zugleich aber eine Welt voller neuer Möglichkeiten auf die Jugendlichen warte. Für sein Grußwort griff er auf eine Parabel von David Foster Wallace zurück, mit der er die Eltern ermutigte, die Abiturientinnen und Abiturienten nun eigene Erfahrungen machen zu lassen. Sie müssten nun ihre Herausforderungen selbst meistern und ihren eigenen Weg durchs Leben finden.  Mit Spannung wurde schließlich die Rede der Lehrkräfte Kerstin Fritzen und Matthias Finke erwartet. Gemeinsam warfen sie einen humorvollen Blick auf die vergangenen gemeinsamen Jahre. Mit viel Herzenswärme erinnerten sie an besondere Momente, die ihnen im Gedächtnis geblieben sind, und ließen gemeinsam mit der Abiturientia die Schulzeit Revue passieren. Besonders hoben sie die Offenheit der Jugendlichen hervor, sich immer wieder auf neue Situationen einzulassen und diese kritisch sowie mit einem wachen Blick für ihre Mitmenschen zu meistern. Sie wünschten der Abiturientia, diese Neugier und das aufrichtige Interesse am Leben nicht zu verlieren, sondern beides als starkes Fundament für die Zukunft zu bewahren. Mit einem eigens für die Jugendlichen komponierten Song, der die Höhepunkte der vergangenen Jahre musikalisch aufgriff, entließen sie ihre ehemaligen Schülerinnen und Schüler in ihren Ehrentag, der am Abend mit dem Abiball seinen Höhepunkt fand. 

Ansprechpartnerin

EGN__560_Gabriele_Obst
Dr. Gabriele Obst
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